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Kaspars Geschichten... |
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Besitzer: Annette und Wolfgang Raß aus Paderborn |
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Kasper |
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| zur Geschichte 2 | ||||
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Neu!!! zur Geschichte 4 Neu!!! |
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| Geschichte 1 | ||||
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Hallo liebe Frau Sextro,
nachdem ich nun schon seit 8 Wochen bei meinen
neuen Hundeeltern lebe, meint mein Frauchen, dass es an der Zeit ist, sich
mal wieder bei Ihnen zu melden. Da ich gerade dazu auch Lust verspüre,
setze ich mich brav an den PC, spucke in meine Pfötchen und haue in die
Tasten. |
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| Geschichte 2 | ||||
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Hallo Frau Sextro, endlich hat mein Frauchen Zeit, mein Diktat aufzunehmen. Ich habe es nämlich nicht mehr nötig, selbst in die Tasten zu hauen. Gerade haben wir wieder Ihre Internetseite besucht und sind ganz traurig, dass meine drei Harlekin-Verwandten immer noch kein neues Zuhause gefunden haben. Dabei ist es so schön, rundum verwöhnt zu werden. Mir geht es jedenfalls richtig gut. Ich war sogar schon zweimal im Kurzurlaub. Die erste Reise ging an die Küste. Puh, gab es da viel zu sehen. Am besten waren die vielen Möwen und Tauben, die ich am Liebsten den ganzen Tag lang gejagt hätte. Leider konnte (und durfte) ich mir keine fangen, die flogen einfach weg, und das immer und immer wieder. "Sooon Schiet, nicht wahr mein Kleiner!", hat da ein Küstenmann zu mir gesagt und schallend gelacht. Ich fand das gar nicht lustig und am Liebsten hätte ich ihm das auch gesagt, aber er roch so lecker nach Fisch. Dabei vergisst man dann schon einmal seine Wut und hofft eher auf ein Leckerchen aus seiner Tasche (wieder vergebens). Und dann war da das Wasser. Das war vielleicht was. Erst sind wir durch ganz viel Sand gestapft. Der roch auch irgendwie nach Fisch und ich habe versucht, Beute zu machen. Aber ich konnte buddeln so viel ich wollte, es kam kein Fischhappen zum Vorschein. Nur Muscheln und so komisches Zeug, wo Frauchen immer pfui zu mir sagte. Einmal hat man mich fast nicht mehr gesehen, so tief habe ich gegraben (schließlich habe ich Übung vom heimlichen Graben in Frauchens Gemüsebett). Als ich wieder hoch schaute, hatte sich ein Menschenkreis um mein Loch versammelt. "Ob die auch alle auf Futter hofften?", dachte ich und buddelte sofort weiter. Mein Werk drohte nämlich schon einzustürzen. Der Sand wollte einfach nicht oben bleiben und rutschte immer auf meinen Po. Man war das ein Kampf und dann so 'ne Schlappe. Ich habe nichts erwischt, sondern mich ganz umsonst gequält und "dreckig" gemacht. Das juckt vielleicht auf der Haut und erst in den Ohren. Aber da war ja Wasser in Sicht, wo man sich mal kurz reinigen lassen kann. Ich ging also zielstrebig zum Wasser, blieb kurz stehen, um mal die Lage zu checken und da geschah es. Ich hatte die Nase noch am Boden, da kam das Wasser plötzlich mit einer kleinen Welle zu mir und machte meine Nase und meine Pfoten ganz nass. Brrr, das war vielleicht komisch und auch kalt. Und schon war das Wasser wieder weg. "He, was soll denn das?" dachte ich und startete den zweiten Versuch. Ganz vorsichtig, Schritt für Schritt Richtung Wasser, die Nase immer fest am Boden und ... Ich wurde wieder nass. So eine Unverschämtheit. Das habe ich dem Wasser dann auch deutlich zu verstehen gegeben und erst mal tüchtig verbellt. So schnell kam es dann auch nicht wieder. Sicherheitshalber habe ich aber auch einen größeren Abstand eingehalten. Diese komischen weißen Wellen waren mir einfach nicht ganz geheuer. Meinen nächsten Urlaub verbrachten wir im Schnee. Das war noch viel, viel schöner!!! Aber eins kann ich Ihnen sagen, auch die weißen Flocken lassen sich irgendwie nicht fangen. Sie sind immer sofort wieder weg, wenn ich mein Schnäuzchen öffne. Erst wenn sie auf dem Boden liegen, kann ich sie mit meiner Nase zu einer Kugel formen und dann hinein beißen. Stolz wollte ich Frauchen meine Beute zeigen, aber die Kugel war einfach verschwunden. Ich habe es, ich weiß nicht wie viele Male, versucht, aber immer wieder fiel mein Ball auseinander. Und wenn Herrchen seinen Schnellball für mich in den hohen Schnee geworfen hat, habe ich ihn nicht wieder gefunden. Ganz schön gemein. Aber was viel schlimmer ist, dass sich der ganze Schnee in meinem Fell festsetzt. Ich habe zwischenzeitlich ausgesehen, als würde ich nur aus kleinen, weißen Kügelchen bestehen. Mein Fell hat man gar nicht mehr gesehen. Aber Herrchen und Frauchen sind perfekt im Auftauen. Das geht immer ganz schnell und dann werde ich abgerubbelt. Das ist vielleicht riesig. Mmh, das kann man so richtig genießen. Man nehme ein Handtuch und los geht es. Das ist zu jeder Gelegenheit ein Genuss, und wenn ich eine Katze wäre, würde ich wohl laut schnurren. Aber ich schweife ab, sorry. Zum ersten Mal in meinen Leben habe ich ganz, ganz lange Stöckchen gesehen, die bei den Menschen unter den Füßen klebten, und die liefen damit auch ganz komisch. Ich wollte mir immer ein buntes Stöckchen holen, aber Frauchen hielt mich immer wieder zurück und sagte, dass das Langlaufskier sind. Dann habe ich eben die Dinger mit den Menschen abgebellt und so getan, als ob ich trotzdem mit dem Stöckchen spielen wollte. Die Stöckchenläufer haben immer ganz laut gelacht und fanden das wohl witzig, wie ich mich aufführte. Frauchen und Herrchen unterhielten sich dann immer kurz mit ihnen und dann haben sie noch mehr gelacht. Immer auf meine Kosten, schmoll. Einmal hat ein Mann zu Frauchen gesagt: "Na, haben sie ihren eigenen Lawinenhund dabei?" Da haben Frauchen und Herrchen ganz laut gelacht. Dabei haben sie mir doch immer meine Winterjacke angezogen. Ich gebe ja zu, dass die super warm und den Bauch trocken hält und ich darin wirklich knuffig aussehe, aber müssen deswegen die beiden sagen, dass nur noch das kleine Rumfässchen um meinen Hals fehlt, damit ich perfekt wäre. Ich bin doch so auch schon klasse mit den vielen Kunststückchen die ich alle kann. Aber das hat damit wohl nichts zu tun. Jedenfalls war und ist Schnee einfach das Größte, was sich ein kleiner Hund vorstellen kann.
So was gibt es denn noch zu berichten? Ich bin ein großer, stattlicher Zwergpudel mit 32 cm geworden und mein Frauchen nennt mich seit neustem 'mein kleiner Dalmatiner', weil ich kleine Punkte auf den Schultern bekommen habe. Vielleicht wird meine Rute auch noch schwarz, es sieht jedenfalls ganz so aus, als ob ich mich noch weiter umfärben würde. Warten wir's mal ab, ich bin eben sehr wandelbar. Haben Sie eigentlich auch Fotos von meinen Geschwistern bekommen? Ich würde die gerne mal wieder sehen wie die sich so gemausert haben. Können die auch schon tanzen, rollen, winken und so weiter? Frauchen bringt mir immer wieder was Neues bei und ich bin ganz clever. Spätestens nach einer Woche sitzt es, wie Frauchen immer sagt. Was tut man nicht alles für Leckerlis und besonders für Milchdrops. Da reicht es schon, wenn Herrchen an den Schrank geht. Dann präsentiere ich ihm mein ganzes Kürprogramm (ohne Aufforderung). Und wenn er dann auch noch eine Tasse Milch trinkt und mir etwas in meinen Napf schüttet, dann könnte ich vor Freude jubeln. Nur aufpassen müssen meine Beiden dann - Milch ist für mich nämlich "Pillerwasser". Dann geht es ganz schnell und plötzlich, dass ich raus muss und es läuft und läuft. Da wird das Beinchen heben schon ganz schön anstrengend bei. Aber dafür gibt es ja dann den 'Damensitz'.
So, nun werde ich noch schnell ein paar Fotos von mir raussuchen und ab geht die Post. Ich möchte nämlich wieder raus. Der Regen lässt gerade etwas nach und ich habe keine Lust auf die doofe Regenjacke. Die ziehe ich nur an, wenn es draußen wirklich gießt und ich unbedingt an die Luft muss. Ansonsten, nein danke. Wofür gibt es denn einen Fön und Handtücher.
Bis bald und viele Grüße an ihre Rasselbande wünscht Ihnen
Ihr Kaspar mit Frauchen Annette und Herrchen Wolfgang Raß |
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| Geschichte 3 | ||||
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bei uns ist heute so ein richtiger Sauwettertag, und ich hatte keine Lust auf einen langen Spaziergang mit meiner doofen Regenjacke. Ein halbes Stündchen an der frischen Luft reichte mir vollkommen aus. Und außerdem sehe und sah ich danach wieder aus wie ein begossener Pudel. Gut, dass es dieses tolle Ding gibt, aus dem die herrlich warme Luft kommt. Mmmmh, ist das schön, sich beim Fönen auf dem Handtuch zu wälzen und durchgerubbelt zu werden. Nun sitze ich mit meinem Frauchen am Computer, und sie hat mir eben meine neuen "Geschwisterchen" auf Ihrer Homepage gezeigt. Ganz liebe Grüße an die drei Racker. Ich weiß nämlich nicht genau, ob sie meinen dicken Zungenkuss bekommen haben. Frauchen hat dabei so komisch gelacht und dann ein wenig geschimpft, als sie meinen Knutschfleck vom Monitor entfernen musste. Die Zeit habe ich genutzt und auf der Tastatur rumgetapst, wie Frauchen das neuerdings nennt. Plötzlich habe ich mein Bild gesehen und war ganz verdutzt. Was mache ich denn im Internet? Frauchen sagte mir dann, dass ich bald ganz berühmt bin und mich viele Leute kennen. Die wollen mich aber doch nicht alle streicheln, oder? Ich suche mir nämlich die Hände aus, die mich anfassen dürfen. Wenn ich zum Beispiel morgens zur Arbeit gehe und die Leute mit so 'nem komischen Stöckchen in der Hand vor der Eingangstür stehen und Wölkchen die die Luft pusten, muss mich erst jeder freundlich begrüßen, und bei manchen bestehe ich dann sogar auf meine Streicheleinheiten, sonst gehe ich keinen Schritt weiter. Da kann Frauchen machen was sie will. Einige Hände haben die richtige Technik gefunden, wie sie mich glücklich machen, und das lasse ich mir nicht entgehen. Aber wehe da kommen so krabbelige Finger und wollen einfach nach mir greifen und mir durchs Fell wuseln. Dann nichts wie weg und hinter Herrchen oder Frauchen verstecken. Bei hartnäckigen Fällen werde ich dann auch laut und nehme sicherheitshalber Reißaus. Warum die dann alle lachen, habe ich bis heute noch nicht verstanden. Dass meine beiden Zweibeiner ständig über mich lachen, daran habe ich mich allerdings schon gewöhnt, wenn ich auch nicht immer weiß, was so lustig ist. Als mir im Sommer mal langweilig war und die Beiden im Garten arbeiteten, habe ich sie auch so richtig zum Juchzen gebracht. Ganz heimlich habe ich mich ins Haus geschlichen, bin ins Badezimmer gegangen, habe mir den Papierzipfel von der Toilettenpapierrolle geschnappt und bin losgetrabt. Auf direktem Wege geradeaus durch den Flur und das Schlafzimmer zur Terrassentür hinaus. Da bin ich dann mit der langen weißen Schlange kreuz und quer durch den Garten gelaufen. Mein Nachbar hat mich dabei schon beobachtet, aber nichts verraten und nur leise gelacht, so dass meine Beiden nichts mitbekamen. So konnte ich den ganzen Garten durch gezieltes Papierzerkleinern in eine prima Schneelandschaft verwandeln. Man hat das toll ausgesehen, fast wie im Winter. Gut das die Rolle noch ganz voll war. Als mein Werk dann vollbracht war, habe ich mich wie immer ganz unschuldig auf meinen Platz unter der Bank gelegt und gewartet, wer wohl zuerst die neue Winterlandschaft bewundert. Herrchen und Frauchen wurden aufmerksam, als unsere Nachbarn am Zaun standen und alle laut lachten - gemeine Verräter. Meine Zwei haben dann zwar auch mitlachen müssen, aber von einem heimlich erhofften Lob und der Leckerli-Belohnung keine Spur. Ich hätte wohl besser die Schlange ganz aus dem Haus ziehen sollen, um meine Fährte zu vertuschen. So hieß es nur: "Was hast du denn jetzt wieder angestellt, du kleiner Lausbub? Sehnst du dich etwa schon nach Schnee?" Frauchen wollte mich dann an der Aufräumaktion beteiligen, aber dazu hatte ich gar keine Lust, eher das Gegenteil war der Fall. Die eingesammelten Fetzen wieder neu auf dem Rasen verteilen, das macht Gaudi, wurde aber dann sehr schnell unterbunden und ich habe mich sicherheitshalber in mein Körbchen verkrochen. Ja ja, der Garten ist schon so eine Sache für sich und die Gartenarbeit erst recht. Ich habe im Frühjahr ganz genau aufgepasst, was Frauchen so im Gemüsebeet macht. Sie buddelt, steckt was in die Erde, schüttet Wasser drauf und geht dann wieder weg. Ist das ein neues Spiel für mich? 'Such Kaspar, wo habe ich es versteckt?' Auf diese Aufforderung warte ich diesmal nicht. Also hinein ins Beet und tüchtig buddeln. Hei, da kommt die erste Zwiebel zu Tage und die zweite, dritte, vierte ... Wie viele hat Frauchen denn versteckt? Das ist ja spannend. Ob ich Herrchen schon mal meine Funde präsentieren soll? Gesagt, getan und dann der Schrei von Frauchen: "Hey Kaspar, was hast du denn da gemacht? Darfst du denn ins Gemüsebeet?" Natürlich nicht, aber wenn keiner guckt kann ich es ja wagen. Ich wollte Frauchen dann beim erneuten Eingraben helfen, aber sie hat mich nur ausgeschimpft und weggeschickt. Beim Erbsenanbau hat mich dann Herrchen 'bewacht', damit Frauchen in Ruhe ihre Arbeit verrichten konnte. Aber das Beet ist ja groß genug und einige Tage später waren die Bohnen dran. Ich habe wieder alles genau beobachtet und fragte mich dann, ob es diesmal wohl ein Spiel ist. Annette buddelt rechts ein, Kaspar buddelt links aus. Aber auch jetzt wurde ich nur wieder ausgeschimpft und verjagt. Gemein, ich will die Dinger doch gar nicht fressen, sondern nur ordentlich auf einen Haufen legen, damit Herrchen sie in die Tüte stecken kann. 'Na wartet ihr Zweibeiner, was ihr könnt, kann ich schon lange. Die Zeit wird kommen - und sie kam.' Ganz heimlich habe ich in den nächsten Tagen meine Leckerlis gesammelt, und als die Beiden abends gemütlich auf der Terrasse saßen, habe ich meine Beute fast unbemerkt ins Freie getragen. Wohin? Natürlich zum Gemüsebeet. Wie hat das Frauchen doch noch gleich gemacht? Loch graben, in die Erde legen, zudecken und Wasser drauf. Das kann ich auch! Mit meinen Pfötchen habe ich ein Loch gegraben, ein Leckerli hineingelegt und mit der Schnauze (oder besser gesagt mit dem ganzen Kopf) die Erde draufgewühlt. Ganz schön anstrengend, wenn man das öfter machen muss. Als ich dann mit meiner kleinen Gießkanne ankam, hörte ich plötzlich ein schallendes Gelächter. Meine Zweibeiner haben mich die ganze Zeit beobachtet und mein Versteck entdeckt. "Da hat wohl jemand zu viel Frolic-Werbung gesehen", meinte Herrchen und kugelte sich fast vor lachen. "Unser Hund ist eben nicht dumm und hofft scheinbar auf reiche Beute", so Frauchen. 'Och man, seit ihr gemein. Dann grabe ich eben wieder alles aus und suche mir ein neues Plätzchen, wo ich mein Leckerli-Beet anlegen kann. Es gibt genug Büsche und Bäume im Garten. Das Ende vom Lied kann ich Ihnen sagen: ich musste anschließend unter die Dusche und bekam gründlich den Kopf gewaschen. Brrr, gar nicht lustig. Wenn das jetzt jedes Mal so geht, werde ich mir das mit dem Eingraben wohl noch überlegen müssen. Wissen Sie eigentlich schon, was meine Lieblingsspeise ist - natürlich auch aus dem eigenen Garten? Erdbeeren! Mmmmh, da lasse ich alles andere für stehen. Wer abends als Erster im Garten ist, darf pflücken, so meine Regel. Also nach Feierabend nichts wie raus, hinein ins verbotene Gemüsebeet und gucken, ob schon wieder Erdbeeren rot sind. Bevor meine Zwei hinter mir stehen, habe ich dann schon meine Portion verdrückt. Auch wenn ich mich heimlich hineinschleiche und die roten Köstlichkeiten vernasche, entdecken es Herrchen und Frauchen anschließend immer. Meine Spuren sind scheinbar eindeutig. Da ich die Erdbeeren nicht im Beet selbst fresse, sondern auf den Gehwegplatten, liegt dort das Grünzeug von den Erdbeeren, das ich immer ausspucke (schmeckt nämlich nicht). Auch wenn ich versuche, es anschließend ins Beet zu schieben, wird es entdeckt. Also was soll ich mir da noch die Mühe machen. Dafür kann ich besser noch eine Erdbeere mehr stibitzen. Als die Erdbeeren rar wurden, habe ich mich über die Cocktail-Tomaten hergemacht. Doch die sind nicht so leicht zu pflücken. Dazu gehört schon Technik. Also aufgepasst, ich verrate es Ihnen. Die Tomatenpflanzen stehen in Kübeln an der Hauswand. Das heißt, auf die Hinterbeine stellen und mit den Vorderfüßen an der Wand abstützen. Dann vorsichtig eine Pfote auf die Pflanze und den Pflanzenstock setzen. Die reife Tomate dann fixieren, mit der Pfote in die Nähe rutschen und dann endlich pflücken. Wenn es nicht klappt, einfach die Tomate am Strauch verspeisen. Das geht auf jeden Fall immer. Ich habe so mancherlei Tricks auf Lager, um an meine heiß geliebten Gartenfrüchte zu kommen. Obst und Gemüse sind vor mir nicht sicher. Da mache ich auch nicht halt vor einem kleinen Kirsch- oder Apfelbaum. Ich weiß eben, was gesund ist. Und wissen Sie, was noch besonders toll schmeckt? Melonen! Doch da bin ich leider von Herrchen und Frauchen abhängig. Gut, dass die mich nicht verhungern lassen. Ich bin nämlich eine riesige Naschkatze und liebe alles, was kühl, süß, saftig, fruchtig ..., eben lecker schmeckt. Ich könnte jetzt noch stundenlang weiter erzählen, aber mein Frauchen muss Essen kochen und mir knurrt auch schon der Magen. Kein Wunder, wenn man nur von den tollen Köstlichkeiten erzählt. Ob es heute wohl Blumenkohl gibt? Oh man, nichts wie nach oben und ab in die Küche. Jetzt habe ich keine Zeit mehr.
Bis bald und ganz liebe Grüße an Ihre Zwei- und Vierbeiner, besonders an Wasko
Ihr Kaspar PS: Die Gießkanne gehört natürlich Kevin, aber ich leihe sie mir ab und zu aus. |
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| Geschichte 4 | ||||
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kennen Sie mich eigentlich noch? Ich bin’s, der kleine schwarz-weiße Lausbub aus Paderborn. Jetzt habe ich Ihnen so lange schon nicht mehr geschrieben, dass Frauchen gesagt hat: „Es wird mal wieder Zeit, mein süßer Racker.“ Und da ich nach wie vor recht folgsam bin, sitze ich heute mit meinem Herrchen am Computer. Das heißt, so ist es nicht ganz richtig; Annette sitzt vorm PC, Wolfgang auf dem Sessel daneben und ich in gemütlicher Liegeposition auf seinen Oberschenkeln. „Los geht’s. Was gibt es denn so Neues zu berichten“, fragt Frauchen. Man, da muss ich doch erst mal an meinem Daumen, Pardon, ganzen Pfötchen lutschen. So schnell bin ich nun auch wieder nicht. Ach ja, habe ich Ihnen schon von der super, süßen Hundedame erzählt, die ich im Urlaub getroffen habe? Mmmh, eine Augenweide und so willig. Dieses niedliche schwarz-silberne Pudelmädchen hat mein Herz im Sturm erobert. Schon von weitem konnte ich mein Schwänzchen - ´schuldigung - meine Rute nicht mehr bändigen. Und auch Ihre Freude war nicht zu übersehen. Sie legte sich sofort hin und präsentierte mir ihren Allerwertesten. So ein lecker Mäuschen. Wenn da nur nicht ihre Besitzer gewesen wären. Die ältere Frau war vielleicht zickig. Sie riss meiner Herzdame fast den Kopf ab, so zerrte sie an der Leine. Gut, dass der Mann dabei war. Der war - oder besser, wäre - eindeutig auch für Nachwuchs zu haben. Bei meinem Adoniskörper, meiner charmanten Art und meiner ganzen Ausstrahlung wäre ich der einzig richtige Mann für seine kleine Lady und bestimmt auch ein liebevoller Vater. Ach, was roch die Kleine verlockend. Ob ich es wohl mal versuchen sollte. Aber da war schon wieder die kratzige Stimme der Frau zu hören. Meine beiden Zweibeiner unterhielten sich mit dem Mann und ich hoffte, dass sie zu meinen Gunsten verhandelten. Hörte ich da nicht schon den Wohnort meiner Liebsten? Und dann plötzlich die Stimme von meinem Frauchen: „Wir würden die Kleinen auch übernehmen, das ist gar kein Problem. Das werden bestimmt lustige Farbmischungen. Ob es wohl einen Tricolor gibt?“ Man, die besprechen ja schon Einzelheiten und mein Schätzchen schiebt mir immer wieder ihren Po unter die Nase. Hey, kriege ich jetzt endlich das o.k.? Auf sie mit Gebrüll - natürlich ganz behutsam! Und die Alte zog und zerrte an der Leine und beschimpfte meine Braut und dann auch ihren Mann. Gut, dass ich so gut erzogen und nicht einfach aufgesprungen bin. Dann hätte sie gar nichts mehr machen können. Aber dann wäre die Frau wohlmöglich noch auf meine Zwei losgegangen. Also lieber erst mal abwarten, was so passiert, selbst wenn es noch so verlockend ist und meine Süße (fast mit Giraffenhals) schon ungeduldig wird. Ein kurzer Blick zur Seite und, was glauben sie was los war? Lauter tuschelnde, lachende, kopfschüttelnde Menschen, die mir zunicken. Ist das das Zeichen? Darf ich???? – Nein, die Ernüchterung folgte prompt. Die quengelnde Dame hat über ihren Mann und meiner ersten Frau gesiegt. Sie zog von dannen, mein Mädchen, liegend über den Boden schleifend, hinter her. Der nette Herr versuchte mich zu trösten, sah er wohl mein blutendes Herz und tränenden Augen. Aber es half alles nicht. Sie ging fort und ich hatte Liebeskummer! Ach Quatsch, ich bin ein ganzer Kerl. Die nächste Dame kommt bestimmt. Schließlich haben auch andere Mütter süße Töchter - oder wie heißt der Spruch bei uns Hunden. Zuhause wartet doch auch eine größere Apricot-Pudeldame auf mich. Bloß dass sie immer Hausarrest bekommt, wenn sie von mir verführt werden möchte. Da macht ihr Frauchen die Haustür auch nicht auf, wenn ich ihr einen liebevollen Besuch abstatten möchte. So gehe ich dann oft abends an ihrem Heim vorbei, gieße ganz kurz ihr Bäumchen, damit sei wenigstens weiß, dass ich da war und an sie denke. Menschen sind manchmal eben komisch. Wissen die denn nicht wie viel Spaß uns das Reiterspiel machen könnte. Ich durfte es ja noch nicht einmal ausprobieren, aber in meinen Träumen und Phantasien ... oh la la. Aber das erzähle ich auch meinen beiden Zweifüßlern nicht. Auch wir Vierbeiner haben so unsere Geheimnisse.
Und so manches kleine Geheimnis kommt ans Tageslicht, wenn man nicht aufpasst. Eigentlich sollte niemand wissen, dass ich eine diebische Ader habe. Aber beim Wochenend-Stadtfest habe ich mich in aller Öffentlichkeit verraten. Wir drei gingen mit Kevin, mittlerweile auch schon 7 Jahre alt, zu den großen Trampolins, wo er hüpfen durfte. Nur die Wartezeit, bis er endlich an die Reihe kam, dauerte ewig. Und so stand Herrchen mit mir am Straßenrand, während Frauchen mit Kevin in der langen Schlange wartete. So ging es vielen Erwachsenen, die mit kleineren Kindern ausharren mussten. Neben mir auf den Bordsteinrand setzte sich ein kleiner Zweijähriger mit seiner Mutter. Und in der Hand hielt er doch tatsächlich ein duftendes Backfischbrötchen. Na, können Sie sich schon denken, was passierte? – Frauchen kam auf uns zu und musste von Wolfgang noch Geld holen. Der Spaß schien doch recht teuer zu sein. So war mein Bewacher mit seinem Portemonnaie beschäftigt und wurde zusätzlich von meinem erzählenden Frauchen abgelenkt. In diesem restlos von allen unbeobachteten Augenblick nutzte ich die Gunst der Stunde. Ich schnappte mir blitzschnell das Fischbrötchen, das der Zwerg mir gerade gedankenverloren präsentierte. Erst durch mein lustvolles Geschmatze wurde Herrchen auf mich aufmerksam, und prompt löste sich auch der Kleine aus seiner Versteinerung und fing an zu weinen. Bis die Großen erst die Situation richtig erkannt hatten, war das Brötchen mit dem Fisch schon fast vertilgt. Aber eben erst fast. Durch das immer lauter werdende Gelächter und das klägliche Weinen war ich doch ganz schön verwirrt. Und außerdem musste ich ja meine Beute sichern und schnellstmöglich verdrücken. Aber irgendwie klappte das alles nicht gleichzeitig. Menschen können einen ganz schön irritieren. Und schon war Herrchen’s Hand an meiner Delikatesse und ..., natürlich klaute er mir jetzt wiederum meinen Fang. Darüber bin ich heute noch sauer auf ihn. Hat die Mutter nicht ausdrücklich zu ihm gesagt, dass ihr Sohnemann sowieso schon satt gewesen sei. Zur Entschädigung bekam der Lütte, der mich immer noch mit großen Augen anstarrte, ein riesiges Eis mit bunten Perlen. Ob er sich wohl wieder neben mich setzt? Man, so einen tollen Nachtisch könnte ich auch noch vertragen. Aber Putsekuchen. Der kleine Kerl blieb jetzt auf der anderen Straßenseite bei seinem Papa auf den Schultern und schaute ständig grinsend zu mir rüber. Sein Eis sah ja so verlockend aus und tropfte auch schon nach einiger Zeit ganz langsam auf Papa’s Hemd. Man, kann der Kerl nicht wieder neben mir Platz nehmen. Ich sorge schon für die spurlose Beseitigung der süßen, weißen Flecken. Statt dessen setzte sich ein Mädchen neben mir und futterte Fritten. Sie sagte aber gleich zu mir: „Du kriegst nichts ab, das sind meine Pommes.“ Und Herrchen ging mit mir sicherheitshalber einen Schritt weiter von dem Kind weg. Er war schließlich noch tief in Gesprächen verwickelt, die ich mal wieder ausgelöst hatte. Seit dieser Zeit nennt mich Frauchen immer wieder ‚unser kleiner Dieb‘: Und eins verspreche ich Ihnen, dies wird bestimmt nicht mein letzter Beutezug bleiben. Schließlich heiße ich Kaspar, und das steht für viel Spaß und Raffinesse. Aber alles verrate ich Ihnen heute noch nicht, sonst muss ich bei meinem nächsten Brief zu lange an meinen Krallen kauen, bis was Verwertbares raus kommt. Obwohl, mir fällt spontan doch noch mehr ein. Wie war und ist das mit den Socken? – Aber nein, Frauchen sagt, dass es für heute reicht und ihre Finger müde werden. Und mein Herrchen scheint auch schon eingenickt zu sein. Jedenfalls krault er mich nicht mehr. Also sage ich tschüß und auf ein baldiges ‚hello again‘. Dann war ich zwischenzeitlich bestimmt auch wieder im Urlaub, und da erlebt man ja die tollsten Dinge.
Liebe Grüße an alle Zwei- und besonders Vierbeiner
Ihr ‚Racker‘ Kaspar aus Paderborn
PS: Wie immer auch herzliche Grüße von Annette, Wolfgang und Kevin, der Ihre kleinen Hunde besonders süß findet. Aber ich bin der Schönste im ganzen Land! Und Kindermund tut Wahrheit kund. Ja, ja, ich weiß, ich bin schon recht eitel geworden und trage meine Nase manchmal recht hoch. Das kommt davon, wenn alle Leute immer nur ‚oh du Süßer‘ zu mir sagen. Hey, aber das bin ich ja auch. Wau, wau. |
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